Infektionsschutz in Schulküchen

Wird eine Schulküche (Ausgabeküche, Produktionsküche, Bistro, Cafeteria oder Schulkiosk) betrieben, dann sind die örtlichen Ämter zu unterrichten. Diese Küchen haben einen gewerblichen Charakter nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) und Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV).

Alle Beschäftigten, die in der Schule mit Lebensmitteln in Berührung kommen, sind nach Infektionsschutzgesetz regelmäßig zu belehren (§42 und § 43). Gemeint sind auch alle Personen, die in Schulküchen, Mensen oder sonstigen Einrichtungen für Gemeinschaftsverpflegung tätig sind.
Jeder Mitarbeiter in Einrichtungen der Verpflegung muss vor Arbeitsantritt an einer Erstbelehrung (beim Gesundheitsamt) teilnehmen und eine Bescheinigung vorlegen. Die Bescheinigung darf nicht älter als 3 Monate sein. Ohne sie darf kein Mitarbeiter beschäftigt werden.
Danach muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter alle 2 Jahre über Tätigkeitsverbote belehren.
Dies ist schriftlich zu dokumentieren. Alle Bescheinigungen sowie die Dokumentation über die letzte Belehrung ist an der Arbeitsstätte verfügbar zu halten.
Die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz ersetzt nicht die regelmäßige Belehrung nach dem Lebensmittelhygienerecht.

Das Infektionsschutzgesetz besagt:
Jeder, der Lebensmittel herstellt, behandelt oder in Verkehr bringt, haftet zivilrechtlich und strafrechtlich dafür, dass dies einwandfrei erfolgt.

Insbesondere folgende Lebensmittel, in denen sich bestimmte Krankheitserreger besonders leicht vermehren können, werden benannt:
1. Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
2. Milch und Milcherzeugnisse
3. Fische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse daraus
4. Eiprodukte
5. Säuglings- oder Kleinkindernahrung
6. Speiseis und Speiseeishalberzeugnisse
7. Backwaren mit nicht durchgebratener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage
8. Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen usw.
9. Sprossen und Keimlingen ...

Dabei ist es unerheblich, ob man mit Lebensmitteln direkt (mit der Hand) oder indirekt (über Bedarfsgegenstände, wie z.B. Geschirr, Besteck) in Berührung kommt.
Grundsätzlich betrifft das Gesetz alle Personen, die in Küchen tätig sind.

Die Belehrung lt. Infektionsschutzgesetz beinhaltet die Aufklärung über Tätigkeits- und Beschäftigungsverbote bei bestimmten Krankheiten:

Personen mit u. a.
  • akuter infektöser Gastroenteritis
  • Typhus oder Paratyphus
  • Hepatiis A oder E
  • infizierten Wunden oder einer Hautkrankheit
  • Salmonellen - Infektionen
  • Shigellen (Bakterielle Ruhr)
  • Cholera

dürfen keine Tätigkeiten ausführen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Bei Verdacht auf Vorliegen einer Krankheit muss sofort der Arbeitgeber informiert werden (Verpflichtung!). Ein Arzt wird die Erkrankung feststellen.

Folgende Symptome können auf die o.g. Krankheiten hinweisen:
  • Durchfall ggf. mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber
  • Hohes Fieber mit schweren Schmerzen
  • Gelbfärbung der Haut
  • Wunden oder offene Stellen wenn Sie gerötet, nässend oder geschwollen sind

Personen, die selbst keine Krankheitssymptome zeigen, aber Erreger ausscheiden, dürfen ebenfalls nicht in der Küche oder Essensausgabe arbeiten.

Fachkenntnisse und das Bewusstsein jedes Einzelnen, dass er/sie Verantwortung übernehmen muss, können die Einhaltung hoher Hygienestandards gewährleisten.

Weitere Informationen:


Schulverpflegung@dlr.rlp.de      drucken nach oben  zurück